Die Rolle der Frau in der industriellen Revolution

Autoren: Christine, Jasmin, Mara Sophie, Viktoria, Anne-Sophie

1. Allgemeines

Zur Zeit der Industrialisierung übernahm der Mann die Rolle des führenden Geschlecht, während die Frau eher im Verborgenen des Hauses ihre Aufgaben fand. Aufgrund weniger bis keiner Rechte hatte sie auch keine andere Wahl: Sie besaß kein Wahlrecht, nur geringe Karrierechancen und einen geringen Status.

„ […] daß sie selbst kindisch, läppisch und kurzsichtig, mit einem Worte, Zeit des Lebens große Kinder sind.“
„Man betrachte nun ein Mädchen […] und denke sich, was ein Mann, beim besten Willen, an ihrer Stelle leisten könnte.“
(Arthur Schopenhauer, 1788-1860 „Über die Weiber“)

2.Rolle in verschiedenen Schichten

2.1. Bürgerliche Frau

Eine bürgerliche Frau hatte die Pflicht ihr Hauspersonal zu beaufsichtigen. Dies  blieb auch neben der Repräsentionaufgabe, wenn Besuch kam, ihre einzige Arbeit zeitlebens. Die verheiratete Frau fungierte stets als „Statussymbol“ ihres Mannes, da ihr keine andere Arbeit aufgrund angeblicher Schwäche zugetraut wurde. Zudem wurden der Frau  eher Eigenschaften wie Passivität, Hingebung, Bescheidenheit, Nachgiebigkeit und Demut zugewiesen, weshalb sie sich in  der Rolle der treusorgende Ehefrau und Mutter einfand.

2.2. Witwen

Starb der Mann einer verheirateten Frau oder konnte dieser aufgrund diverser Gründe nicht mehr seine Arbeit verrichten, so war es an der Frau (gezwungener Maßen) den Unterhalt zu verdienen. Jedoch verdienten diese Frauen meist aufgrund von mangelnder Qualität und höheren Alters deutlich schlechter.

2.3. Arbeiterfrau

Siehe Punkt 4

2.4. Ledige junge Frauen/ Mädchen

Auch junge Frauen und Mädchen arbeiteten zur Zeit der Industrialisierung.

Bereits im Kindesalter mussten viele Mädchen in den Fabriken arbeiten und so die Familie unterstützen. Hierbei übernahmen sie Tätigkeiten, für die Erwachsene zu ungelenkig oder zu groß waren. Ca. ein Drittel der Fabrikarbeiter waren Kinder. Oft wurden diese schlecht bezahlt und waren großen gesund-heitlichen Gefahren ausgesetzt.

Junge bürgerliche Frauen übten häufig den Beruf der Lehrerin aus, während die jungen Frauen aus unteren Schichten meist als Dienstmädchen tätig waren. So lernten diese bereits etwas für das eigene zukünftige Familienleben. Viele junge Frauen verließen das Land und gingen in die Stadt um als Dienstmädchen zu arbeiten, zum Teil ging dies auch von den Vätern aus. 1861 war beispielsweise ein Drittel der 15-24-jährigen Mädchen in London als Dienstmädchen tätig. Dabei verdienten die jungen Frauen vergleichsweise gut. Jedoch war die Tätigkeit mit harter Arbeit verbunden; als ,,Mädchen für alles“ waren sie für den gesamten Haushalt ihrer Herrschaften verantwortlich. Zudem war die Freizeit sehr begrenzt.

Eine andere Arbeit, der die jungen Frauen in der industriellen Revolution nachgingen war die Fabrikarbeit. Hierbei lebten die Frauen noch im Elternhaus und nutzten die Arbeit in der Fabrik, um der Arbeit im elterlichen Haus zu entkommen. Allerdings mussten sie trotzdem einigen Pflichten nachkommen und auch Abgaben zahlen. Die Frauen begannen meist bereits in jungen Jahren mit der Arbeit und konnten so ihr eigenes Geld verdienen. Junge Frauen waren jedoch längst nicht so unabhängig wie Männer im gleichen Alter.

Die meisten Frauen in den Baum-wollfabriken waren jung und ledig. So waren 1851 schätzungsweise nur 26% der dort arbeitenden Frauen verheiratet oder verwitwet. Sie verdienten vergleichsweise gut, wobei der genaue Lohn von Alter und Anzahl der bedienten Webstühle abhängig waren. Außerdem arbeiteten viele Frauen in Seidenfabriken. Dort wurden sie jedoch schlechter bezahlt als in Baumwollfabriken. Insgesamt betrug der Lohn der Frauen nur ca. 2/5 vom Lohn der Männer, dabei verdienten verheiratete und ältere Frauen am wenigsten.

3. Gesetzmäßigkeiten

Laut der Fassung von 1900 stand zum einen dem Mann die Entscheidung in allen Angelegenheiten des gemeinschaftlichen ehelichen Lebens zu. Allerdings war die Frau dabei nicht verpflichtet, diesem Entschluss Folge zu leisten, wenn sich dieser als Missbrauch des Rechtes darstellte.

Der  §1355 „Die Frau erhält den Familiennamen des Mannes“ weist zudem auf, dass der Mann zur Zeit der Industrialisierung über die Frau gestellt wurde und sie sich in vielen Dingen nach ihm richten musste. Allerdings hat „der Mann der Frau nach Maßgabe seiner Lebensstellung, seines Vermögens und seiner Erwerbsfähigkeit Unterhalt zu gewähren“ (§1360). Jedoch hat „die Frau dem Manne, wenn er außerstande ist, sich selbst zu unterhalten, den seiner Lebensstellung entsprechenden Unterhalt nach Maßgabe ihres Vermögens und ihrer Erwerbsfähigkeit zu gewähren.“ Somit musste die Frau im Notfall für die Familie sorgen und am Arbeiterleben teilnehmen. Dabei konnten die Arbeitszeiten sehr lang sein.

1844 wurde diese auf 12 Stunden reduziert. Zudem wurde auch die Nachtarbeit untersagt.

1850 wurde die Arbeitszeit nochmals auf 10 Stunden beschränkt.

Das Ehegesetz 1957 lautete nach § 1356 zunächst, „die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.“

1977  wurde dieser Paragraph jedoch abgeändert, womit die Gleichberechtigung von Frau und Mann verwirklicht werden sollte: „Die Ehegatten regeln die Haushaltsführung in gegenseitigem Einvernehmen. Ist die Haushaltsführung einem der Ehegatten überlassen, so leitet dieser den Haushalt in eigener Verantwortung. Beide Ehegatten sind berechtigt, erwerbstätig zu sein. Bei der Wahl und Ausübung einer Erwerbstätigkeit haben sie auf die Belange des anderen Ehegatten und der Familie die gebotene Rücksicht zu nehmen.“

4.Arbeit/ Berufstätigkeit

Die Frauen und auch die Kinder der Arbeiter haben sich in Handwerker-und Bauernfamilien schon immer an der Heimarbeit beteiligt, deshalb erschien es zur Zeit der Industrialisierung selbstverständlich, dass auch sie in den Fabriken arbeiteten, um zusätzlich Geld zu verdienen und somit die Existenz der Familie zu sichern.

Die Arbeiterfrauen sind die Ersten, die die Doppelbelastung durch den Beruf und den Haushalt erlebten. Sie standen unter sehr hohem Druck der Mehrbelastung, da sie sich täglich sowohl um die Kinder und den Haushalt kümmerten, als auch mehrere Stunden in Fabriken (Textilindustrie, Tabakindustrie), oder am Heimarbeitsplatz arbeiten mussten. Manche Frauen übten sogar körperlich sehr anspruchsvolle Arbeit aus, beispielsweise in Bergwerke, im Bauhandwerk oder als Lastenträgerinnen, um ihre Familie zu unterstützen.

Erschwerend kam noch hinzu, dass den Frauen keine Schwangerschafts- und Babypausen gewährt wurden, was zu gesundheitlichen Problemen für die Frau und das ungeborene Kind führen konnten. Auch die Auflösung von Arbeitsschutzbestimmungen für Frauen (z.B. das Nachtarbeitsverbot) konnte gesundheitliche Schäden mit sich ziehen.

Die Bezahlung der Frauen wurde sehr gering gehalten: „Ein gelernter Arbeiter in einer Baumwollspinnerei verdiente 1888 pro Schicht 1,34 Mark, eine Frau 0,63 Mark.“ (gefunden bei: http://www.niqu-region-hannover.de/fileadmin/Niqu_Geselle_IGS_Langenhagen/Industrielle_Rev/Thema_4_Arbeit_von_Frauen_und_Kindern.pdf ). Sie verdienten bei gleicher Leistung deutlich weniger als Männer. Als  Folge der viel zu geringen Entlohnung, wurden viele Frauen in die Prostitution getrieben, die im 19. Jahrhundert zu einem  Massenphänomen wurde.

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Quelle: https://luipogym1.files.wordpress.com/2010/01/fabrikarbeiterinnen-in-einer-spulenwickelei-1908.jpg

Mädchen vom Land fanden oft als Dienstmädchen oder Ammen eine Stellung bei bürgerlichen Familien und mussten vom frühen Morgen bis in die Nacht, ohne Feierabend, arbeiten.

Natürlich wurde versucht gegen diese Ungerechtigkeiten vorzugehen; beispielsweise versuchten einige Politiker wie Ferdinand Lassalle (Beteiligter der frühen deutschen Arbeiterbewegung) und seine Anhänger die Frau auf ihre Rolle als Hausfrau, Mutter und Erzieherin der Kinder zu beschränken. Aber auch Frauen selbst versuchten sich gegen ihre Ausbeutung zur Wehr zu setzen und protestierten. Manche von ihnen gingen später in die Geschichte der Frauenbewegung ein; ein Beispiel für eine solche Frau ist die Schriftstellerin und Revolutionärin Louise Otto-Peters, die sich als erste deutsche Frau zur Arbeiterinnenfrage äußerte.

5.Frauenbewegung

5.1. Mittel der Durchsetzung

Die Frauen, die nach Gleichberechtigung strebten, fühlten sich in anderen Organisation wie zum Beispiel dem Katholischen Frauenbund nicht repräsentiert, deshalb wurden sie selbst aktiv. So entstanden die Frauenbewegungen  in der Industrialisierung.

Jedoch wurde auch die Mitgliedschaft in Gewerkschaftsbewegungen um Kampf der Frauenrechte genutzt, besonders beim Arbeitsschutz oder der Arbeitszeitbeschränkung.

Bei den Frauenbewegungen in der Industriellen Revolution muss klar zwischen bürgerlichen und proletarischen Gruppen unterschieden werden, da diese auch in keinster Weise miteinander zusammenarbeiteten.

Die Frauen nutzen verschiedene Mittel der Durchsetzung: Zunächst  organisierten sich die Frauen in Vereinen und Organisationen. Sie hielten offene Frauenkomferenzen ab, um sich öffentlich zu präsentieren und diskutieren. Außerdem wurden die Publizierungen von Artikeln und Karikaturen sowie Plakaten zur Verbreitung von emanzipatorischen Ansätzen genutzt. Sie wurden zwar teilweise zensiert, hatten aber trotzdem großen Einfluss.

Nach einem Vorschlag der Frauenrechtlerin Clara Zetkin wird der 8. März offiziell als internationaler Frauentag festgelegt und das erste Mal 1911 gefeiert. Das Bild zeigt ein Plakat zur Frauen-Versammlung am 8. März 1914.

Quelle: http://www.sozialpolitik.com/adapted-files/artikelbild-tablet/public/Internationaler%20Frauentag_0.jpg?itok=nIlOm1nX

5.2. Ziele

Die Ziele der ersten proletarischen Frauenbewegungen waren vor allem die Emanzipation durch den ausgeübten Beruf, die Gleichberechtigung gegenüber dem Mann und das Frauenwahlrecht. Gerade im Proletariat kämpften die Frauen für soziale Gleichheit gegen Ausbeutung und Benachteiligung bei der Fabrikarbeit, da sie trotz Kindern und 9-12 Stunden Arbeit keine Fürsorge oder Kranken- oder Mutterversorgung und einen geringeren Lohn erhielten. In der Arbeiterinnenbewegung wurden viele basisdemokratische Ideen vorbereitet, die auch die SPD später für sich nutzte. Eine zentrale Mitbegründerin der sich aus der Arbeiterinnenbewegung entwicklten proletarischen Emanzipation war die kommunistische Frauenrechtlerin Clara Zetkin (1857-1933).

Die bürgerlichen Frauen strebten hingegen zunehmend nach besserer Bildung und Berufsbeteiligung. Auch sie kämpften für das Frauenwahlrecht. Für sie war eine soziale, menschliche sowie rechtliche Gleichberechtigung eine zentrale Forderung. In den Frauenbewegungen des Bürgertums war Luise Otto-Peters eine Schlüsselfigur.

5.3. Louise Otto-Peters

Louise Otto-Peters wurde am 26. März 1819 in Meißen geboren. Als Schriftstellerin übte sie viel soziale Kritik und gilt als revolutionäre Mitbegründerin der deutschen Frauenbewegung in der Industrialisierung.

Quelle: http://www.frauenmediaturm.de/fileadmin/Images/Feministinnen/Otto-Peters/otto_peters_zeitung_gr.jpg

Ab neun Jahren besuchte sie eine Schule zuvor hatte sie Hausunterricht genommen. Nach dem Verlust ihrer Eltern lebte sie ab 1836 mit ihren beiden Schwestern zusammen. 1940 verlobte sie sich mit dem Juristen Gustav Müller, er verstarb allerdings im folgenden Jahr. Als Journalistin schrieb sie zunächst unter Pseudonym für Zeitschriften und war Mitglied in demokratischen Bewegungen. Sie war auch 1849 Gründerin der ersten Zeitschrift „Frauen-Zeitung für höhere weibliche Interessen“ der deutschen Frauenbewegung. 1952 verlobte sie sich erneut mit August Peters, den sie 1958 heiratete. 1965 trug Otto-Peters zur Gründung des Frauenbildungsvereins bei, außerdem wurde sie Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, der auf der „Frauen-Konferenz“ ihrer Wohnstadt Leipzig gegründet wurde. Außerdem war sie Mitherausgeberin des Vereinsorgans „Neue Bahnen“. 1958 starb die Frauenrechtlerin.

Quelle: http://www.frauenmediaturm.de/fileadmin/Images/Feministinnen/Otto-Peters/otto_peters_zeitung_gr.jpg

Neben ihrem Kampf für die Emanzipation der Frau veröffentlichte die Schriftstellerin auch zum Beispiel Erzählungen, Novellen sowie Beiträge zur Frauenfrage und -geschichte.

Quellen:

http://www.wortblume.de/dichterinnen/otto_b.htm

http://www.freundschaft-diplomarbeiten.de/4.1-Frauenbewegungen-und-Emanzipation-der-Frau.htm

https://prezi.com/fex3zhwjzuhg/die-rolle-der-frau-wahrend-der-industriellen-revolution/

http://www.sozialpolitik.com/artikel/frauenarbeit-frauenfrage-Frauenbewegung

https://de.wikipedia.org/wiki/Proletarische_Frauenbewegung

http://www.geschichtsforum.de/f59/rolle-der-frau-industrialisierung-6805/

http://www.niqu-region-hannover.de/fileadmin/Niqu_Geselle_IGS_Langenhagen/Industrielle_Rev/Thema_4_Arbeit_von_Frauen_und_Kindern.pdf

Die Rolle der Frau im Wandel der Zeit

http://www.klausuren.de/inhalt/kategorie/geschichte/die-frauenarbeit-in-der-industriellen-revolution.html

 

 

 

 

 

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Wirtschaftlicher Strukturwandel während der industriellen Revolution

Wirtschaftlicher Strukturwandel


Definition: Unter einem Strukturwandel versteht man die  Verschiebung der Gewichtung der verschiedenen wirtschaftlichen Sektoren. Zur Zeit der industriellen Revolution teilten sich diese in den abnehmenden primären und den erstarkenden sekundären Sektor ein.

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In der oberen Grafik kann man erkennen, wie sich der Anteil der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, etc. (in schwarz) am Nettoinlandsprodukt verkleinert, während der Anteil der Industrie und des Handwerks (in blau) steigt.

Die Industrielle Revolution wurde ermöglicht durch eine sich kontinuierlich entwickelnde Industrie, welche sich, um marktfähig zu bleiben, neue Produktionsmöglichkeiten suchen musste. Eine der ersten Lösungen dieses Problems war das Verlagssystem, welches eine erste Form der Massenproduktion darstellte. Zu Hochzeiten des Verlagssystems waren 45% der im Gewerbe arbeitenden Menschen (1 Million) dort beschäftigt.

Das Verlagssystem zeichnete sich eine dezentrale Produktion und Arbeitsteilung aus, die sich nur am Markt ausrichtete und Gewinn versprach. Dies führte zu den Anfängen eines kapitalistischen Wirtschaftssystems. Das Verlagssystem basierte auf diesen Schritten:

  • Produktion in eigenen Häusern oder kleineren Betriebsstätten mit vorindustriellen (Handwerklichen) Techniken stellen Textil- und Metallwaren her
  • Produktion und Vertrieb durch Verlegerkaufleute gesteuert, die sich an internationalen oder überregionalen Märkten orientierten
  • Heimarbeiter teilweise eigenständig, sonst abhängig von Werkzeugen und Rohstoffen von Verlegerkaufleute

 

Ein älteres System, welches seit 1770 vermehrt auftrat, waren die Manufakturen. Zu dieser Zeit waren mehr als 100000 Arbeiter in Manufakturen tätig. Diese Manufakturen waren stark spezialisiert. Dort wurden mit handwerklichen Mitteln mit ersten Ansätzen von Arbeitsteilung Luxusartikel hergestellt, nur selten waren diese Waren für den täglichen Bedarf von Nutzen. Die Manufakturen boten Vorteile gegenüber ähnlichen Methoden, welche zu dieser Zeit aktuell waren. Es konnte eine bessere Arbeiterkontrolle stattfinden, da alle Arbeiter in einem Ort, anders als beispielsweise beim Verlagssystem, vereint waren. Dies führte zu einer Steigerung der Produktivität, da die Effizienz und Intensität der Produktion und die Arbeitszeiten besser überwacht werden konnten. Grund dafür war die Aufteilung der Arbeit in übersichtlichere Schritte.

Da diese eher einfachen Produktionssysteme jedoch nicht mehr ausreichten, um mit den größeren Unternehmen konkurrieren zu können, wurde die Fabrik geschaffen. Hierbei handelte es sich um eine größere, kapitalintensivere und technisch leistungsfähigere Betriebsform als es z.B. bei einer Manufaktur der Fall war. Die Fabrik hat viele Gemeinsamkeiten mit der Manufaktur, da ein Unternehmer die Produktion zentral steuert. Die Herstellung der Güter und Waren wurden arbeitsteilig organisiert um so den Kostenaufwand zu senken und die Effizienz und die Produktionsgeschwindigkeit zu steigern. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aufgrund von flächenhafter Adoption von Fabriken mehr Konkurrenz. Die führte zu einem Zwang zur Rationalisierung, das heißt der Einsatz von technisch fortgeschrittenen Maschinen, die Kosten sparten und die Produktion erleichterten. Die Folge war eine Veränderung des Produktionsprozesses. Am Ende der industriellen Revolution herrschte eine Übermacht der Fabriken, aufgrund der maschinellen Produktionsweisen, welche arbeitsteilige Handarbeit als obsolet erwiesen. Von nun an bestimmten die Maschinen den „Takt“ der Arbeit.

Die obrigen Beispiele sind die prominentesten Formen der Industrie während der industriellen Revolution. Sie baten sehr viele Arbeitsplätze und waren ein Grund dafür, dass der sekundäre Sektor, die Produktion und Verarbeitung, einen so starken Zuwachs an Bedeutung erhielt.


Marktregulierungen

Die wichtigste Voraussetzung eines kapitalistischen Wirtschaftssystems, welches zur Zeit der industriellen Revolution angestrebt wurde, war der Markt, der Angebot und Nachfrage vermittelt. Aufgrund der in den Gründerjahren steigenden Konjunktur, welche zur Bezeichnung „Große Depression“ führte, konnte man in diesen Jahren einen Wandel in der preußischen und später der deutschen Handelspolitik verzeichnen. Aus dem vorigen Freihandel, also dem unregulierten Handel, entwickelte sich in den 1870er Jahren der Protektionismus und die Schutzzollpolitik. Ziel dieser Politik ist an allererster Stelle die Erweiterung und Verbesserung der einheimischen Industrie. Es wurden Steuern und Zölle auf englische Industrieprodukte erhoben, sodass die deutsche Industrie in der Lage war mit der englischen Industrie zu konkurrieren.  Das Wachstum der deutschen Industrie war somit direkt vom Staat eingeleitet. Deutsche Unternehmen schlossen sich auch zu Kartellen zusammen, um so den Markt zu kontrollieren, indem sie die Konkurrenz ausschließen. Der Staat selber profitierte ebenfalls von der steigenden Produktion, da z.B. die damals sehr ertragreich Eisenbahn verstaatlicht wurde. Jedoch fielen auch viele Bereiche in die Kontrolle der Kommunen. So lag die Kontrolle über Wasserwerke und Kraftwerke nun komplett den Gemeinden. Dieser geteilte Eigentum führte zur Bildung eines gemischten Wirtschaftssystems, welches in Deutschland noch bis zum Ersten Weltkrieg vorherrschte. Dies bedeutete, dass das öffentliche Eigentum fast gleichauf wahr mit dem privaten Eigentum, anders als bei einem kapitalistischem Wirtschaftssystem, bei dem das private Eigentum überwiegt.

Kurzer visueller Einblick

Quellen:

Autoren: MK, JG, FG, JM

❦~ᴇɴтsтᴇнυɴɢsвᴇᴅıɴɢυɴɢᴇɴ ᴅᴇʀ ıɴᴅυsтʀıᴇʟʟᴇɴ ʀᴇνσʟυтıσɴ~❦

Wie entstand die Revolution? Was sind die Ursachen? Was die Bedingungen?

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren und Ursachen, die die industrielle Revolution entfachten. Das wichtigste Stichwort ist somit die Multikausalität, da man sowohl die politischen, die sozialen bzw. gesellschaftlichen als auch die wirtschaftlichen Aspekte betrachten muss.

Wir befinden uns im Jahr 1780 in England, dort wo die Revolution ihren Anfang fand…

Wie ist die Bevölkerungslage?

Ein bedeutender sozialer bzw. wirtschaftlicher Aspekt ist die starke Bevölkerungszunahme, die mehrere Ursachen zur Folge hat. Zum Einen ist die Bauernbefreiung ein wichtiger Katalysator, da die Menschen nicht mehr ortsgebunden waren. Die Bauern konnten in die Städte abwandern, um dort neue Arbeit zu suchen. Daraus resultierte eine größere Mobilität der Stadt- und Landbewohner. Zum Anderen spielt die Aufhebung der Heiratsbeschränkungen für Angehörige der unteren Bevölkerungsschicht eine wichtige Rolle. Zudem kommt das Sinken der Sterblichkeitsrate, vorallem die Säuglingssterblichkeit. Dies war durch die medizinischen Fortschritte und den neuen hygienischen Maßnahmen möglich, die die Lebenserwartungen deutlich erhöhten.Mit der Bevölkerungszunahme erweiterte sich auch die Nachfrage nach gewerblichen Gütern, vor allen Dingen nach Textilien, und trieb die Produktion von Rohstoffen wie Wolle oder die Einfuhr von Baumwolle gewaltig an.

Kurve, die das Bevölkerungswachstum im Industriezeitalter zeigt

sтᴀʀκᴇ вᴇνöʟκᴇʀυɴɢszυɴᴀнмᴇ

 

Wie war die politische Situation?

Seit dem 17. Jahrhundert war England, gestützt auf die größte europäische Flotte, größte Handelsmacht Europas. Durch die Schifffahrt und die damit verbundene verbesserte Mobilität, lockerte sich die Ständeschranken. Der Handel breitete sich aus, das Handwerk entwickelte sich, das Verlagswesen kam zur Entfaltung und die Manufakturstätten verbreiteten sich in einem großen Rahmen.

Gleichzeitige Montage von 50 Lokomotiven in einer Fabrik (vor 1912)                        мoɴтαɢe voɴ loĸoмoтιveɴ ιɴ eιɴer ғαвrιĸ

 

Wie war die gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage?    

Durch das Aufkaufen von Bauernhöfen durch den Adel bzw. der Großgrundbesitzer sahen die Bauern sich gezwungen in die Städte abzuwandern, um dort neue Arbeit zu finden. Somit stellten die Bauern die wichtigsten Arbeitskräfte für die aufblühende Industrie dar. Immer mehr Bauern kamen in die Städte, wodurch ein Überangebot an Arbeitskräften bestand, was die Industrie sich zu Nutze machte, indem sie Niedriglöhne vergaben. Trotz der schlechten Arbeitsbedingungen, die in den Manufakturen und Fabriken herrschten, schufteten sie in ihnen, da sie auf den Lohn angewiesen waren, um ihre Familien zu versorgen.

Ein wichtiger Faktor der die Wirtschaft zum Glänzen brachte, war die Umgestaltung der Agrarstruktur und die Änderung der Anbaumethoden. Dies führte zur Steigerung landwirtschaftlicher Produktion. Auch die Mobilität des Handels und der Transport von Großgütern, welche durch die Schifffahrt begünstigt wurde, trugen zum Aufschwung der Wirtschaft bei. Die Ausdehnung des Kolonialbesitzes und die Erweiterung des Welthandels trug zur Kapitalbildung in England bei. Das im Ausland angesammelte Kapital und das hoch entwickelte, englische Bankwesen mit relativ niedrigen Zinsen stellten entscheidende Voraussetzungen für die Industrialisierung dar.

Die Erfindung der Dampfmaschine, welche durch die Nutzung der Kohle als Energiequelle möglich war, schuf eine Basis für die Eisenproduktion. Somit war die industrielle Fertigung nicht mehr an einen Standort gebunden. Eisen als Rohstoff wurde günstiger, wodurch zahlreiche Produktionsverfahren modernisiert werden konnten, und somit leistungsfähiger wurden. Weitere technologische Fortschritte wie z.B. die Spinnmaschinen und Webmaschinen beschleunigten das englische Wirtschaftswachstum, wodurch das Zeitalter der Massenproduktion begann. Die Eisenindustrie beeinflusst neben verschiedenen Wirtschaftszweigen( Verkehrswesen) auch das gesellschaftliche Leben, da Reisen einfacher und attraktiver wurde.

Die ständigen Verbesserungen der Transportsysteme führten zur Verbilligung der Transportkosten, zu höherer Geschwindigkeit beim Rohstofftransport und beim Personenverkehr.

 

 

Funktionsweise der Dampfmaschine

 

 

 

 

 

 

 

ᴀυғвᴀυ ᴇıɴᴇʀ ᴅᴀмρғмᴀscнıɴᴇ voɴ jαмeѕ wαтт

Dies war erst der Anfang…

….wie die industrielle Revolution ihren weiteren Lauf nimmt und welche Rolle  die Frau in der Revolution hat ,erfahrt Ihr in den anderen Blogs unseres Geschichtsgrundkurses 🙂

~Blogger: Lea und Lucy~

Quellenverzeichnis:

 

 

 

 

☛ Familiäre Situation der rechts,-und besitzlosen Arbeiterklasse während der ⓘⓝⓓⓤⓢⓣⓡⓘⓔⓛⓛⓔⓝ ⓡⓔⓥⓞⓛⓤⓣⓘⓞⓝ .

Autoren: JT, VS, ER, JB

Frage: Was bestimmte den Alltag einer Familie während der Industrialisierung?

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http://wizard.webquests.ch/industrialisierung2.html?page=122609

Hallo, mein Name ist Grace Williams. Ich bin 12 Jahre alt und lebe mit meinen Eltern und meinen 3 Geschwisten in London. Wir 6 teilen uns in einem Elendsviertel der Stadt ein Zimmer, in direkter Nähe zu der Fabrik, in der fast meine ganze Familie arbeitet. Als wir vom Land in die Stadt zogen, sollte eigentlich nur mein Vater arbeiten gehen, allerdings reichte sein Lohn nicht aus um uns alle zu ernähren, weshalb meine Mutter und auch wir ältesten Kinder mithelfen müssen, die finanzielle Notlage unserer Familie zu verbessern.

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Unser Arbeitstag dauert zwischen 12 und 16 Stunden, und täglich müssen wir schwere körperliche Arbeiten verrichten, die uns allen sehr zusetzt.  Da wir so viel arbeiten haben wir keine gemeinsame Zeit mehr als Familie, doch es kommt für keinen von uns in Frage nicht zur Arbeit zu erscheinen, egal wie schlecht es uns geht, denn einmaliges Fehlen führt unmittelbar zum Arbeitsverlust, was es für unsere Familie nur noch schwieriger machen würde.

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Meine Eltern erzählen mir oft von früher, als noch meine Tanten und Onkel, meine Cousins und Cousinen und auch meine Großeltern unter einem Dach wohnten und alle gemeinsam in der Landwirtschaft arbeiteten. Um die Kinder wurde sich gemeinsam gekümmert, und die Großeltern übernahmen die Erziehung. Ganz anderes als bei uns, wo die Arbeit und auch die Existenzangst den Alltag bestimmt.

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Der Besitzer unserer Fabrik ist wohlhabend, viel wohlhabender als meine Familie. Während wir im Winter frieren können seine Familie und er am Kamin sitzen, sie wohnen nämlich in einem der großen Villenviertel hier in London.

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Manchmal bringt er seinen Sohn mit, der von der Schule kommt, was für mich außer Frage steht, wo ich doch den ganzen Tag arbeiten muss, wie die Mehrzahl der Kinder in meinem Alter.

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Ich grüße ihn nie, da sein Vater jeglichen Kontakt mit uns „ungelehrten Tagelöhnern“ verbietet.

Er sagt immer zu uns „Zeit ist Geld.“ .

Mein kleinster Bruder Peter wird oft in den Schächten oder Bergwerken gebraucht, da er sehr klein und schmächtig ist und so von der Statur passt.

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Allerdings ist er letztens gestürzt, was meiner Mutter große Sorgen bereitet. Einen Doktor zu rufen kommt für uns nicht in Frage, da wir so oder so kein Geld haben.

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Quellen: http://www.maristen-gymnasium.de/mgf_alt/faecher/geschichte/projekte/ir/bilder/img1D.jpg ; http://wizard.webquests.ch/pics/upload/2284/26042009653333_535_400.jpg ; http://www.maristen-gymnasium.de/mgf_alt/faecher/geschichte/projekte/ir/bilder/img12.jpg ; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fb/Visiting_the_poor,_illustration_from_’Le_Magasin_Pittoresque‘,_Paris,_1844_by_Karl_Girardet.jpg ; http://www.gah.vs.bw.schule.de/leb1800/familie1.htm

Der Zusammenhang von Industrialisierung und Globalisierung

Wir haben uns in den letzten 8 Tagen mit der Frage auseinander gesetzt, inwiefern Industrialisierung und Globalisierung zusammenhängen. Um euch eine Antwort auf diese Fragestellung zu geben, gehen wir zuerst auf wichtige Hintergründe ein, um das Fazit für euch verständlicher zu machen.

-Definition Industrialisierung und Globalisierung

Globalisierung nach Niels P. Petersson: „Globalisierung ist Aufbau, Verdichtung und die zunehmende Bedeutung weltweiter Vernetzung“

Industrialisierung: „Als Industrialisierung bezeichnet man den Übergang von der bäuerlichen Gesellschaft zu einer Gesellschaft, in der das Schwergewicht auf der Produktion liegt. Die Industrialisierung wurde in den meisten entwickelten Ländern während der Industriellen Revolution eingeleitet.“

-Technologischer Wandel als Antriebskraft der Globalisierung

Das zunehmende Wirtschaftswachstum in den verschiedenen Staaten lässt sich durch eine Zunahme der Arbeitskräfte in der Industrie erklären. Zudem gelang es durch Verbesserungen der Techniken in der Montan-und Schwerindustrie dieses Wachstum zu beschleunigen. In Deutschland kam es zum Beispiel zu einem Durchbruch in der Elektrotechnik (el. Licht, Telefon, Elektromotor) und Chemieindustrie (z.B. Kunststoffe, Arzneimittel). Dies begünstigte wiederum den internationalen Aufstieg der deutschen Wirtschaft. Aber vor allem die Entwicklung von leistungsfähigen Verbrennungsmotoren war ein entscheidender Durchbruch. Mit den neuen Motoren konnte der Individualverkehr (Automobile, Schifffahrt, Flugzeug) revolutioniert  werden. Somit konnten große Strecken sicherer und  in kürzerer Zeit zurückgelegt werden und die Welt verlor somit an räumlicher Distanz.

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    Benz Patent-Motorwagen

-Rationalisierung der Arbeit

Vor allem das Fließband, welches Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde, machte es möglich, dass die Produktion in viele kleine Arbeitsschritte unterteilt werden konnte. Da die Arbeiter nun nur noch einen einzelnen Arbeitsschritt ausführen mussten, eigneten sich auch billige, ungelernte Arbeiter für das Fließband, wodurch die Produktion für die Unternehmen kostengünstiger wurde. Allerdings wurden spezielle Maschinen für jeden Arbeitsschritt benötigt und diese Maschinen waren meist sehr teuer, sodass die Unternehmen die Arbeitsabläufe zeitlich genaustens vorschrieben, um die Arbeitsproduktivität der Arbeiter zu maximieren und um somit die hohen Kosten für die Maschinen zu kompensieren. Eine solche Arbeitsweise wird auch „Taylorismus“ genannt, in Anlehnung an den US-Amerikaner und Ingenieur Frederick Winslow Taylor, der dieses auf Arbeitsstudien basierende System entwickelte.
Zusammenfassend hat die Einführung des Fließbandes die Produktion stark beschleunigt und ist daher ein wichtiger Baustein für die Serien- und Massenproduktion.
Die USA waren Deutschland in Sachen Mechanisierung und Automatisierung der Produktion einen Schritt voraus, weswegen auch deutsche Unternehmen diese amerikansiche Arbeitsweise einführten, um so mit der Massenproduktion als Ziel konkurrenzfähiger und erfolgreicher zu sein.
Bezogen auf die Globalisierung ist die Rationalisierung der Arbeit von großer Bedeutung, da die Massenproduktion es möglich macht, dass Unternehmen das exakt gleiche Produkt kostengünstig in einer riesigen Stückzahl herstellen können und dieses auf der ganzen Welt verkaufen können. Heutzutage geht man sogar so weit, dass einzelne Arbeitsschritte an unterschiedlichen Orten der Erde getätigt werden, um Produktionskosten zu sparen.
Die Massenware der rationalisierten, mechanisierten und automatisierten Arbeit kann durch die Globalisierung auch auf dem internationalen Markt angeboten werden, um den Absatz zu steigern.

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Amerikanische Arbeiter am Fließband

 

-Internationaler Wettbewerb führt zu Globalisierung und Imperialismus

Auch der Internationale Wettbewerb beschleunigte die Globalisierung und Industrialisierung. England war  zum Ende des 19. Jahrhunderts die führende Kraft der Industriestaaten. Doch durch die zunehmende Industrialisierung holte Deutschland mit großen Schritten auf und trat bis zum  Ersten Weltkrieg in starke Konkurrenz mit England. Währenddessen versuchte Russland vergeblich die Vormachtstellung in Europa zu erlangen. Auch Spanien und Frankreich erfahren in dieser Zeit kein Wachstum, ihre Wirtschaft stagniert. Zum Ende des 19. Jahrhunderts sind erstmals Merkmale einer sich selbstregulierenden Wirtschaft zu erkennen. Desweiteren entstehen erste multinationale Konzerne. Somit kam es zu einer Verflechtung des weltweiten Wirtschaftsgeschehen, begünstigt durch bessere Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten. Durch das starke Wirtschaftswachstum mussten außerdem die produzierten Güter auch im Ausland vermarktet werden da der Binnenmarkt schnell nicht mehr ausreichend war. Desweiteren waren einige Unternehmen aufgrund ihrer Spezialisierung  auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Solche wirtschaftlichen Beziehungen beschränkten sich aber weitestgehend auf die industrialisierten Staaten (v.a. Deutschland-England). Mit steigendem Wachstum nahm auch die Konkurrenz der Industriestaaten zu. Die verstärkte Kolonialisierung der europäischen Mächte Deutschland und Frankreich ist eine Folge, um gegen das britische Empire konkurrenzfähig zu bleiben. Durch die Kolonialisierung im Ausland konnten dort neue Absatz- und Rohstoffmärkte geschaffen werden, die weiteres Wachstum versprachen. Somit kam es verstärkt zu einem imperialistischen Denken in Europa.


-Fazit

Grundsätzlich braucht die Industrialisierung die Gloabalisierung, da oftmals die für die Massenproduktion benötigten Rohstoffe nicht ausreichen, sodass man diese aus fernen Ländern importieren muss. Außerdem wird für die Industrialisierung eine große Zahl an Arbeitern gebraucht, die auch oft aus dem Ausland herangezogen werden können. Dadurch braucht es zwar für die Industrialisierung eine Globalisierung, gleichzeitig wird aber auch die Globalisierung durch die Industrialisierung vorangetrieben.
Andererseits fördert die Industrialisierung die Globalisierung dahingehend, dass durch die Überproduktion neue Märkte, auch in nicht europäischen Ländern, erschlossen werden müssen, um den Absatz zu gewährleisten.
Negative Aspekte dürfen nicht unberücksichtigt bleiben. Erst Industrialisierung und Globalisierung führten zu Imperialismus und Kolonialismus und somit auch zu einer Ausbeutung und Unterwerfung anderer Völker. Ohne den wirtschaftlichen Erfolg der Industrialisierung und ohne die Mittel der Globalisierung könnte man imperialistisches Denken nicht in einer solchen Dimension umsetzen, wie es zum Beispiel zur Zeit des British Empire der Fall war, außerdem wäre die Kolonisierung nicht zwingend notwendig, um übermäßige Mengen an Rohstoffen und Arbeitern zu beschaffen.
Durch die Massenproduktion ist es nun auch möglich Waffen in großer Menge zu produzieren, ein Wettrüsten, wie es vor dem ersten Weltkrieg beispielsweise zwischen Deutschland und England stattgefunden hat, ist bedingt durch eine funktionierende Rüstungsindustrie und durch das Zusammenspiel von Industrialisierung und Globalisierung.
Industrialisierung und Globalisierung stehen also in einem engen Zusammenhang zueinander und beschleunigen sich gegenseitig auf verschiedenste Weisen.

 

-Quellen:

Kursbuch Geschichte Cornelsen S. 277-279

https://prezi.com/jfjpbgobpacf/industrialisierung-globalisierung/

http://t2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQFzuZnfZR24sra5y4ewsYYdMidgkCmTKQjnRKJF7y3cZCQynReHqiC_w

http://genossenschaftsgeschichte.info/bild-benz-patent-motorwagen-nr-3-88

Industrialisierung

Autoren: MH, SG

 

 

Die Auswirkungen der Politik in England und „Deutschland“ auf die Industrialisierung

Dynamisches England, verschlafenes Deutschland

Anna Riga, Konstanze Zimmermann
Michelle Zender, Ruth Baumann

Gliederung:

  1. Einleitung
  2. Die Industrialisierung in England und Deutschland im Vergleich
  3. Fazit

1. Einleitung

Die Industrialisierung ist als eine technisch-mechanische Entwicklung zu verstehen, die den Umschwung von einer von Agrarwirtschaft geprägten Nation zu einer von Maschinen dominierten Industrienation beschreibt.
Durch verschiedene Ausgangssituationen und unterschiedliche Bedingung und Veränderungen im Laufe der Geschichte eines Landes, tritt dieser Prozess in den verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein. Ein gutes Beispiel dafür ist der Vergleich zwischen dem Vorzeigeland der Industrialisierung England und dem „Nachzügler“ Deutschland, denn zwischen den beiden industriellen Revolutionen liegen fast 100 Jahre.

2.1 Die Industrielle Revolution in England:

Hauptursachen der Industrialisierung in England

Ihren Anfang fand die industrielle Revolution etwa um das Jahr 1770 in England, welches daher auch oft als „Mutterland“ der Industrialisierung bezeichnet wird.
Die Hauptursachen umfassen tiefgreifende Fortschritte im technischen Bereich, wie etwa die Erfindung von Spinn- und Webmaschinen, dank derer ganze Produktionsschritte mechanisiert werden konnten. Durch die Entwicklung von Dampflokomotiven und den Ausbau des Eisenbahnnetzwerkes kam es in England schon vergleichsweise früh zu einer gut ausgebildeten Infrastruktur, die maßgeblich zum Transport von Gütern wie etwa Wolle beitrug und so die Anfertigungen in den Fabriken begünstigte.
Eine weitere große Rolle spielten hierbei auch die Kolonien Englands, aus welchen große Mengen an Rohstoffen wie Erz, Kohle, aber auch Baumwolle importiert wurden. So kam es zu einer Intensivierung der Textilindustrie, die im gesamten Land zu einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung führte.

Durch diesen gab es im 18. Jahrhundert in England zunächst im Vergleich zu den restlichen Teilen Europas relativ wenige Hungersnöte und es kam zu einem Überangebot an Arbeit in den Städten, sodass zahlreiche Menschen vom Land fortzogen.

Gesellschaftliche Situation

Viele Bauern konnten ihre Familien nicht länger mit der Arbeit auf dem Feld ernähren, da die Konkurrenzfähigkeit der Fabriken durch Billig- und Massenproduktion zu groß geworden war. Infolgedessen waren sie dazu gezwungen, ihre landwirtschaftliche Existenz aufzugeben und in den schnell anwachsenden Städten nach Arbeit zu suchen, wo die meisten von ihnen Beschäftigung in den Textilfabriken fanden und dort unter sehr harten Bedingungen bis zu 18 Stunden am Tag arbeiteten.

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Politische Lage in England

Der politische Einfluss auf die Industrialisierung umfasst verschiedene Bereiche und verschiedene politische Handlungen haben den Ablauf der Industrialisierung in England begünstigt, so etwa die Abschaffung der Heiratsverbote, die zum Teil Ursache für das Bevölkerungswachstum, das für die Entwicklung der englischen Industriellen Revolution essentiell war, war.

Aber auch die frühkapitalistische Prägung die England seit Heinrich dem 8. erfahren hatte, waren ausschlaggebend für das Ausbrechen der industriellen Revolution, da diese unter anderem dafür verantwortlich für die Existenz vieler Arbeitsloser auf dem Land war. Diese Armut in den ländlichen Regionen führte dazu, dass viele in die Städte zogen, was wiederum positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation hatte, da dieser Zuzug zum entstehen der Arbeiterklasse, des Proleteriats führte. Diese war nötig um der ständigen Nachfrage auf dem Markt gerecht zu werden. Ein weiterer Aspekt ist die Beeinflussung Großbritanniens auf globaler Ebene, da England sich schon früh zur Großmacht und später im Zuge der Kolonialisierung seine Hegemonialstellung auf den Seemeeren behauptete.

Diese Außenpolitik führte dazu, dass das Land einen großen Einflussbereich hatte, der wiederum den Überseehandel und folglich die wirtschaftliche Lage verbesserte. Dieser Überseehandel ermöglichte das Entstehen eines Massenmarktes, welcher nach den Grundsätzen der Regelung des Marktes durch Nachfrage, verantwortlich für die fortwährende Ausbreitung der Industrialisierung und späteren Globalisierung war.

Eine Besonderheit die England von anderen europäischen Staaten zum damaligen Zeitpunkt unterscheidet ist die Historie Englands selbst, in deren Verlauf es vergleichweise früh zur Einschränkung der Macht des Königs kam. Dieser fortschrittliche, aber auch die vorhergegangenen religiösen Konflikte, welche auf die Entstehung der Church of England zurückzuführen sind, führten dazu, dass aufgrund der Bürgerkriege, eine rationale Weltanschauung ihre Ausbreitung fand, was zu einem fortschrittlichen Denken in der Wissenschaft und Technik führte, welches Grundlage für die Vormachtstellung England als „Mutter der Industrialisierung“ war. Die Rolle des Staates in dieser Entwicklung war beträchtlich, da technischer Fortschritt große Förderung beispielsweise im Ausbau des englischen Eisenbahnnetzes erfuhr.

Das stabile Herrschaftssystem Großbritanniens im 19. und 20. Jahrhundert, das durch Kolonialherrschaft geprägt wurde und die Veränderungen auf sozialer Ebene, die für politischen Wandel Voraussetzung waren, waren Wegbereiter der englischen Industrialisierung und haben somit den Fortgang der Geschichte und Weiterentwicklung maßgeblich beeinflusst. Abschließend lässt sich allerdings auch feststellen, dass politischer Wandel unter anderem eine Konsequenz aus gesellschaftlichen Umschwung ist.

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2.2Die Industrielle Revolution in „Deutschland“:

Die Herrschaftsstrukturen in Deutschland im 19. Jahrhundert

Um 1800 ist der Nationalstaat Deutschland noch in weiter Ferne und der „Flickenteppich“, bestehend aus vielen kleinen Staaten, wird in seperat von den Fürsten regiert.
Die wirtschaftliche Expansion Deutschlands ist gehemmt durch :

  • Vielzahl von Zollschranken
  • abweichendeMaß-,Münz-,und Gewichtssysteme
  • Handelsmonopole
  • schlechte Infrastruktur
  • starke Abhängigkeit bäuerlicher
    Bevölkerung von Gutsherren

    Hinzu kommt noch eine Behinderung einer Enstehung von Massenkaufkraft durch:

  • feudale Abgaben
  • staatliche Steuern
  • große Unterschiede bei Verteilungen des Wohlstandes

 Der Einfluss Frankreichs durch Napoleon zeigt sich 1803  im Reichsdeputations-
hauptbschluss, welcher Deutschland territorial vereinfachte.

Im Jahre 1806 wird den deutschen Großmächten Preußen und Österreich der Rheinbund unter fanzösischem Protektorat entgegengestellt.
Nach Napoleons Sturz wird 1815 der Deutsche Bund gegründet, eine weitreichende Revolution gegen die Fürstenherrschaft und die Liberalisierung ist jedoch nicht in Sicht. An der Vormärzbewegung zeigt sich, das Reformen zur Modernisierung und Liberalisierung zwar teilweise vom Volk ausgehen, größtenteils jedoch (besonders in Preußen) von oben kamen.
Die preußischen Reformen sind :

  • Beseitigung der Hemmschwellen für dynamische Industriewirtschaft im Verlauf des 19. Jahrhunderts
  • 1810-1820: Wiederaufbau nach Niederlage gegen Napoleon , Orientierung am englischen Vorbild & der „Bibel des Kapitalismus“ & „The wealth of Nations“
  • Schaffung von Bedingungen für die Entstehung freier Arbeits-, Kapital- und Bodenmärkte
    Oktoberedikt 1807 : politisches Manifest mit national-ökonomischem Programm, mobile Marktgesellschaft löst gebundene Ständegesellschaft ab
    Erlass der Gewerbefreiheit 1810 : Ablösung sozialer Abhängigkeitsverhältnisse
  • Ausbau der Infrastruktur
  • Abschaffung von Zollschranken Binnenmarkt

Diese preußischen Reformen schaffen eine Grundlage für den „take off“ der industriellen Revolution in Deutschland 1830-1837, nachdem diese ca. 1815 bereits angeklungen war. Dem „take off“ vorausgegangen sind :

  •  Gründung des Zollvereins 1834
  • Gründung von staatlichen Gewerbeschulen und Akademien

Auch die 1848er- Revolution und die „kleindeutsche Lösung“ zeigen keine starken revolutionären Tendenzen Deutschlands. Die Deutsche Gesellschaftsstruktur ist nicht so offen wie die Englische, weshalb die starren Standesschranken und die konservative Grundeinstellung ein innovatives Denken und Handeln hemmen
.
Um 1870-1914 kommt es zur Hochindustrialisierung zur Zeit des Deutschen Kaiserreiches (1871-1918). In den Gründerjahren des Reiches zeigte sich vor allem Otto von Bismarck als der 1. deutsche Kanzler für die industrielle Revolution als wichtige Person, da durch ihn die liberale Phase mit vielen innenpolitischen Reformen die Türen für die Industriewirtschaft und die Hochindustrialisierung geöffnet wird.
Otto von Bismarcks Zeit folgt das Wilhelminische Zeitalter, welches von Staatsinterventionismus des Kaisers Wilhelm II geprägt ist, der Deutschland zu einer Weltmacht errichten will.

3.Fazit: Dass die industrielle Revolution in Deutschland 100 Jahre später erfolgte als in England, ist zusammenhängend mit den politischen Strukturen. Zur Zeit der Englischen Industrialisierung ist „Deutschland “ noch ein nicht erahnbares Konzept aus extrem vielen Kleinstaaten, die alle unter der Führung der absolutistischen Fürsten standen, deren Regentschaft zwischen Deutschland und einer industriellen Wirtschaft standen. Der Mangel an revolutionärem Feuer und Erfolg der Revolutionsversuche ( 1848) sorgt dafür, dass die Ständegesellschaft und die Grenzen dieses Systems weiterhin eine Abhängigkeit schaffen, die die Industrialisierung behindert. Erst durch die preußischen Reformen um 1800 zeigen sich erste Annäherungen an eine Industriegesellschaft, doch bis zum tatsächlichen „take off“ 1830 mussten noch einige Grenzen aufgehoben werden, ab dann jedoch zeigte sich Deutschlands rasante Entwicklung als eines der größten Industrieländer der Welt.

Quellen

Bilder: