Der Zusammenhang von Industrialisierung und Globalisierung

Wir haben uns in den letzten 8 Tagen mit der Frage auseinander gesetzt, inwiefern Industrialisierung und Globalisierung zusammenhängen. Um euch eine Antwort auf diese Fragestellung zu geben, gehen wir zuerst auf wichtige Hintergründe ein, um das Fazit für euch verständlicher zu machen.

-Definition Industrialisierung und Globalisierung

Globalisierung nach Niels P. Petersson: „Globalisierung ist Aufbau, Verdichtung und die zunehmende Bedeutung weltweiter Vernetzung“

Industrialisierung: „Als Industrialisierung bezeichnet man den Übergang von der bäuerlichen Gesellschaft zu einer Gesellschaft, in der das Schwergewicht auf der Produktion liegt. Die Industrialisierung wurde in den meisten entwickelten Ländern während der Industriellen Revolution eingeleitet.“

-Technologischer Wandel als Antriebskraft der Globalisierung

Das zunehmende Wirtschaftswachstum in den verschiedenen Staaten lässt sich durch eine Zunahme der Arbeitskräfte in der Industrie erklären. Zudem gelang es durch Verbesserungen der Techniken in der Montan-und Schwerindustrie dieses Wachstum zu beschleunigen. In Deutschland kam es zum Beispiel zu einem Durchbruch in der Elektrotechnik (el. Licht, Telefon, Elektromotor) und Chemieindustrie (z.B. Kunststoffe, Arzneimittel). Dies begünstigte wiederum den internationalen Aufstieg der deutschen Wirtschaft. Aber vor allem die Entwicklung von leistungsfähigen Verbrennungsmotoren war ein entscheidender Durchbruch. Mit den neuen Motoren konnte der Individualverkehr (Automobile, Schifffahrt, Flugzeug) revolutioniert  werden. Somit konnten große Strecken sicherer und  in kürzerer Zeit zurückgelegt werden und die Welt verlor somit an räumlicher Distanz.

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    Benz Patent-Motorwagen

-Rationalisierung der Arbeit

Vor allem das Fließband, welches Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde, machte es möglich, dass die Produktion in viele kleine Arbeitsschritte unterteilt werden konnte. Da die Arbeiter nun nur noch einen einzelnen Arbeitsschritt ausführen mussten, eigneten sich auch billige, ungelernte Arbeiter für das Fließband, wodurch die Produktion für die Unternehmen kostengünstiger wurde. Allerdings wurden spezielle Maschinen für jeden Arbeitsschritt benötigt und diese Maschinen waren meist sehr teuer, sodass die Unternehmen die Arbeitsabläufe zeitlich genaustens vorschrieben, um die Arbeitsproduktivität der Arbeiter zu maximieren und um somit die hohen Kosten für die Maschinen zu kompensieren. Eine solche Arbeitsweise wird auch „Taylorismus“ genannt, in Anlehnung an den US-Amerikaner und Ingenieur Frederick Winslow Taylor, der dieses auf Arbeitsstudien basierende System entwickelte.
Zusammenfassend hat die Einführung des Fließbandes die Produktion stark beschleunigt und ist daher ein wichtiger Baustein für die Serien- und Massenproduktion.
Die USA waren Deutschland in Sachen Mechanisierung und Automatisierung der Produktion einen Schritt voraus, weswegen auch deutsche Unternehmen diese amerikansiche Arbeitsweise einführten, um so mit der Massenproduktion als Ziel konkurrenzfähiger und erfolgreicher zu sein.
Bezogen auf die Globalisierung ist die Rationalisierung der Arbeit von großer Bedeutung, da die Massenproduktion es möglich macht, dass Unternehmen das exakt gleiche Produkt kostengünstig in einer riesigen Stückzahl herstellen können und dieses auf der ganzen Welt verkaufen können. Heutzutage geht man sogar so weit, dass einzelne Arbeitsschritte an unterschiedlichen Orten der Erde getätigt werden, um Produktionskosten zu sparen.
Die Massenware der rationalisierten, mechanisierten und automatisierten Arbeit kann durch die Globalisierung auch auf dem internationalen Markt angeboten werden, um den Absatz zu steigern.

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Amerikanische Arbeiter am Fließband

 

-Internationaler Wettbewerb führt zu Globalisierung und Imperialismus

Auch der Internationale Wettbewerb beschleunigte die Globalisierung und Industrialisierung. England war  zum Ende des 19. Jahrhunderts die führende Kraft der Industriestaaten. Doch durch die zunehmende Industrialisierung holte Deutschland mit großen Schritten auf und trat bis zum  Ersten Weltkrieg in starke Konkurrenz mit England. Währenddessen versuchte Russland vergeblich die Vormachtstellung in Europa zu erlangen. Auch Spanien und Frankreich erfahren in dieser Zeit kein Wachstum, ihre Wirtschaft stagniert. Zum Ende des 19. Jahrhunderts sind erstmals Merkmale einer sich selbstregulierenden Wirtschaft zu erkennen. Desweiteren entstehen erste multinationale Konzerne. Somit kam es zu einer Verflechtung des weltweiten Wirtschaftsgeschehen, begünstigt durch bessere Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten. Durch das starke Wirtschaftswachstum mussten außerdem die produzierten Güter auch im Ausland vermarktet werden da der Binnenmarkt schnell nicht mehr ausreichend war. Desweiteren waren einige Unternehmen aufgrund ihrer Spezialisierung  auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Solche wirtschaftlichen Beziehungen beschränkten sich aber weitestgehend auf die industrialisierten Staaten (v.a. Deutschland-England). Mit steigendem Wachstum nahm auch die Konkurrenz der Industriestaaten zu. Die verstärkte Kolonialisierung der europäischen Mächte Deutschland und Frankreich ist eine Folge, um gegen das britische Empire konkurrenzfähig zu bleiben. Durch die Kolonialisierung im Ausland konnten dort neue Absatz- und Rohstoffmärkte geschaffen werden, die weiteres Wachstum versprachen. Somit kam es verstärkt zu einem imperialistischen Denken in Europa.


-Fazit

Grundsätzlich braucht die Industrialisierung die Gloabalisierung, da oftmals die für die Massenproduktion benötigten Rohstoffe nicht ausreichen, sodass man diese aus fernen Ländern importieren muss. Außerdem wird für die Industrialisierung eine große Zahl an Arbeitern gebraucht, die auch oft aus dem Ausland herangezogen werden können. Dadurch braucht es zwar für die Industrialisierung eine Globalisierung, gleichzeitig wird aber auch die Globalisierung durch die Industrialisierung vorangetrieben.
Andererseits fördert die Industrialisierung die Globalisierung dahingehend, dass durch die Überproduktion neue Märkte, auch in nicht europäischen Ländern, erschlossen werden müssen, um den Absatz zu gewährleisten.
Negative Aspekte dürfen nicht unberücksichtigt bleiben. Erst Industrialisierung und Globalisierung führten zu Imperialismus und Kolonialismus und somit auch zu einer Ausbeutung und Unterwerfung anderer Völker. Ohne den wirtschaftlichen Erfolg der Industrialisierung und ohne die Mittel der Globalisierung könnte man imperialistisches Denken nicht in einer solchen Dimension umsetzen, wie es zum Beispiel zur Zeit des British Empire der Fall war, außerdem wäre die Kolonisierung nicht zwingend notwendig, um übermäßige Mengen an Rohstoffen und Arbeitern zu beschaffen.
Durch die Massenproduktion ist es nun auch möglich Waffen in großer Menge zu produzieren, ein Wettrüsten, wie es vor dem ersten Weltkrieg beispielsweise zwischen Deutschland und England stattgefunden hat, ist bedingt durch eine funktionierende Rüstungsindustrie und durch das Zusammenspiel von Industrialisierung und Globalisierung.
Industrialisierung und Globalisierung stehen also in einem engen Zusammenhang zueinander und beschleunigen sich gegenseitig auf verschiedenste Weisen.

 

-Quellen:

Kursbuch Geschichte Cornelsen S. 277-279

https://prezi.com/jfjpbgobpacf/industrialisierung-globalisierung/

http://t2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQFzuZnfZR24sra5y4ewsYYdMidgkCmTKQjnRKJF7y3cZCQynReHqiC_w

http://genossenschaftsgeschichte.info/bild-benz-patent-motorwagen-nr-3-88

Industrialisierung

Autoren: MH, SG

 

 

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